Mietspiegel
Mietspiegel Deutschland 2026
Aktuelle Mietpreise, Mietindex und Mietentwicklung für 9 Städte und 7 Bundesländer. Datenbasiert, quartalsaktuell, mit Trend-Analyse.
Auf einen Blick
Mietindex Deutschland: 136.2 | Steigerung: +1.9 % p.a. | Neubaumiete ∅ 16,67 €/m²
Mietspiegel Deutschland 2026: Aktuelle Lage und Entwicklung
Der deutsche Mietmarkt bleibt auch 2026 unter Druck. Der bundesweite Mietpreisindex liegt bei 136.2 Punkten (Basis Q1 2019 = 100) — ein Anstieg von +1.9 % pro Jahr. Das bedeutet: Seit Anfang 2019 sind die Angebotsmieten im Schnitt um 36,2 Prozent gestiegen. Für Mieter ist das eine erhebliche Belastung. Für Eigentümer von Mietimmobilien dagegen ein klares Signal: Die Ertragsseite wächst — und damit auch der Substanzwert ihrer Objekte.
Die Ursache für die anhaltende Mietpreissteigerung ist strukturell. Deutschland baut zu wenig. Im Jahr 2024 wurden lediglich 215.920 Baugenehmigungen erteilt — nicht einmal die Hälfte des politischen Ziels von 400.000 Wohnungen pro Jahr. Die tatsächlichen Fertigstellungen lagen bei 251.937 Einheiten. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung durch Zuwanderung weiter, vor allem in den Ballungsräumen. Das Ergebnis ist ein chronisches Angebotsdefizit, das sich in steigenden Angebotsmieten niederschlägt.
Die politische Debatte um Mietregulierung verschärft die Lage zusätzlich. Die Mietpreisbremse, seit 2015 in Kraft und mehrfach verlängert, begrenzt zwar die Mieterhöhung bei Wiedervermietung in angespannten Märkten. Doch sie löst das Grundproblem nicht: mangelndes Angebot. Im Gegenteil — die Regulierung senkt die Investitionsbereitschaft privater Vermieter. Diskussionen über einen bundesweiten Mietendeckel nach Berliner Vorbild führen zu weiterer Verunsicherung. Wer sich als Investor unsicher über die regulatorische Zukunft fühlt, baut nicht und saniert nicht. Das reduziert das verfügbare Mietangebot noch weiter.
Was die Daten zeigen: Die Mietentwicklung verläuft regional extrem unterschiedlich. Berlin verzeichnet mit +5.7 % den stärksten jährlichen Anstieg unter den Top-7-Städten. München bleibt mit 24,50 €/m² Neubaumiete das teuerste Pflaster Deutschlands. Und selbst in kleineren Städten wie Kassel liegt der Mietindex bei 134.6 — ein klarer Hinweis, dass der Mietdruck längst nicht mehr nur ein Großstadtphänomen ist.
Für Vermieter bedeutet die aktuelle Marktlage: stabile und steigende Mieteinnahmen bei gleichzeitig begrenztem Neubau-Wettbewerb. Für Mieter verschlechtert sich die Situation weiter, insbesondere in den Top-7-Städten, wo die Leerstandsquoten im Wohnsegment nahe null liegen. Die durchschnittliche Neubaumiete der von uns beobachteten Städte liegt bei 16,67 €/m². Die Spanne reicht dabei von 9,50 €/m² bis 24,50 €/m² — ein Verhältnis von mehr als 1:2 zwischen günstigster und teuerster Stadt.
Die folgenden Abschnitte liefern eine datenbasierte Analyse der Mietsituation in Deutschland: nach Stadt, nach Bundesland, nach Ursache. Alle Zahlen basieren auf der Metaanalyse von Fahrländer Partner Raumentwicklung, Stand Q4 2025.
Deutschland-Überblick (Q4 2025)
Mietpreise nach Stadt
Alle 9 Städte sortiert nach Neubau-Miete. Klicken Sie auf eine Stadt für detaillierte Marktdaten.
| Stadt | Neubau €/m² | Index | Veränderung p.a. | Rendite MFH |
|---|---|---|---|---|
| MünchenTeuerste | 24,50 € | 132.8 | +2.2 % p.a. | 2,8 % |
| Frankfurt am Main | 19,00 € | 133.9 | +1.6 % p.a. | 3,0 % |
| Berlin | 18,50 € | 140.3 | +5.7 % p.a. | 2,9 % |
| Stuttgart | 18,00 € | 116.5 | +2.0 % p.a. | 3,1 % |
| Hamburg | 17,50 € | 134.1 | +3.9 % p.a. | 2,9 % |
| Düsseldorf | 16,00 € | 137.0 | +2.3 % p.a. | 3,0 % |
| Köln | 15,50 € | 142.9 | +4.0 % p.a. | 3,0 % |
| Kassel | 11,50 € | 134.6 | +2.3 % p.a. | 4,2 % |
| SchauenburgGünstigste | 9,50 € | 134.6 | +2.3 % p.a. | 5,0 % |
Index-Basis: Q1 2019 = 100. Neubau-Miete = Medianwert Angebotsmieten Neubau. Rendite = Netto-Anfängsrendite MFH.
Top-Städte im Detail: Wo die Mieten am stärksten steigen
Die sieben größten deutschen Städte zeigen 2026 ein differenziertes Bild bei der Mietentwicklung. Die Unterschiede sind erheblich — sowohl beim absoluten Preisniveau als auch bei der Dynamik.
Berlin (+5.7 % p.a.) verzeichnet den stärksten Mietanstieg unter allen Top-7-Städten. Der Mietindex liegt bei 140.3 — der höchste Wert aller untersuchten Großstädte. Der Berliner Markt holt nach, was die gescheiterte Mietendeckel-Phase 2020/2021 künstlich unterdrückt hatte. Gleichzeitig trifft die hohe Zuwanderung auf eine Stadt, die chronisch zu wenig baut. Die Neubaumiete liegt bei 18,50 €/m². Zum Vergleich: Noch vor fünf Jahren lagen Berliner Neubaumieten unter 14 €/m². Die Netto-Mietrendite für Mehrfamilienhäuser beträgt aktuell 2,90 %.
München (24,50 €/m²) bleibt die teuerste Stadt Deutschlands, mit großem Abstand. Das absolute Mietniveau ist so hoch, dass selbst moderate Steigerungen von +2.2 % p.a. erhebliche Auswirkungen auf die Mietbelastung haben. Bei einem Mietindex von 132.8 und Neubaumieten von über 24 €/m² stellt sich für viele Haushalte die Frage, ob München überhaupt noch bezahlbar ist. Die niedrige Netto-Rendite von 2,75 % spiegelt die extreme Kaufpreis-Miet-Schere wider.
Köln (+4.0 % p.a.) und Hamburg (+3.9 % p.a.) liegen bei der Mietdynamik auf Rang zwei und drei. Köln profitiert als Universitätsstadt und Medienstandort von einem stetigen Zuzug junger Fachkräfte. Der Mietindex von 142.9 ist der zweithöchste nach Berlin. Hamburg überzeugt als Wirtschaftsstandort mit stabiler Nachfrage — bei gleichzeitig moderatem Neubauvolumen. Die Neubaumiete liegt in Köln bei 15,50 €/m², in Hamburg bei 17,50 €/m².
Stuttgart (+2.0 % p.a.) zeigt das schwächste Mietwachstum unter den Top-7. Der Mietindex liegt bei nur 116.5 — deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 136.2. Die Ursachen liegen in der wirtschaftlichen Unsicherheit der Automobilindustrie. Stuttgart, stark abhängig von Daimler, Porsche und Bosch, spürt die Transformation der Branche auch am Mietmarkt. Weniger Zuzug, weniger Nachfrage, weniger Mietdruck.
Düsseldorf und Frankfurt bewegen sich im Mittelfeld. Düsseldorf (+2.3 % p.a.) und Frankfurt (+1.6 % p.a.) zeigen moderates Mietwachstum bei vergleichsweise hohem Ausgangsniveau. Frankfurt mit 19,00 €/m² Neubaumiete liegt preislich auf Rang zwei hinter München, während Düsseldorf mit 16,00 €/m² etwas günstiger positioniert ist.
Auffällig: Die Unterschiede zwischen A- und B-Städten schrumpfen. Kassel etwa zeigt mit einem Mietindex von 134.6 eine Dynamik, die an Top-7-Städte heranreicht. Gleichzeitig bieten B-Städte Netto-Renditen von 4,2 % und mehr — weit über den 2,75 % bis 2,95 %, die in A-Städten realistisch sind. Für renditeorientierte Investoren verschiebt sich der Fokus daher zunehmend in die zweite und dritte Reihe.
Mietentwicklung nach Bundesland
Mietindex und jährliche Veränderung der 7 größten Flächenländer.
Mietmarkt nach Bundesland: Regionale Dynamiken
Die Mietentwicklung in Deutschland verläuft regional sehr unterschiedlich. Die Daten der 7 größten Flächenländer zeigen klare Muster: West schlägt Ost beim absoluten Niveau, Ost holt aber auf. Und innerhalb der westdeutschen Länder trennen sich die wirtschaftsstarken Südländer von den flächenmäßig großen Nordländern.
Nordrhein-Westfalen führt den Mietindex mit 139.7 Punkten an. Das bevölkerungsreichste Bundesland mit 18,03 Mio. Einwohnern profitiert von zwei Großstadtkernen (Köln und Düsseldorf), die beide überdurchschnittliches Mietwachstum verzeichnen. Die jährliche Steigerung von +2.1 % liegt klar über dem Bundesdurchschnitt. Auch das Ruhrgebiet zeigt Aufholeffekte — niedrige Ausgangsniveaus treffen auf steigende Nachfrage durch Rückkehrer und Zuwanderer.
Hessen erreicht einen Mietindex von 134.6 bei +2.3 % jährlichem Wachstum. Frankfurt als Finanzhauptstadt treibt den Index, aber auch Kassel und das Rhein-Main-Gebiet tragen bei. Die 6,28 Mio. Einwohner verteilen sich auf eine Mischung aus Hochpreislagen (Frankfurt, Wiesbaden) und bezahlbaren Mittelzentren.
Bayern (133.5 Index, +1.6 % p.a.) zeigt moderates Wachstum auf hohem Niveau. Münchens extreme Mietpreise dominieren den Landesschnitt, aber außerhalb Münchens — in Nürnberg, Augsburg, Regensburg — liegen die Mieten deutlich niedriger. Bayern profitiert von einer starken Wirtschaft und niedriger Arbeitslosigkeit, was den Zuzug in die Städte konstant hält.
Sachsen ist das Bundesland mit der stärksten Aufholdynamik unter den ostdeutschen Flächenländern. Der Mietindex liegt bei 130.4 — noch unter dem Bundesdurchschnitt, aber mit +2.1 % p.a. auf einem starken Wachstumskurs. Dresden und Leipzig ziehen junge Fachkräfte an, die IT-Branche und Chipindustrie (Intel, TSMC, Bosch) schaffen Arbeitsplätze. Die Mieten starten von einem niedrigen Niveau, was attraktive Renditen ermöglicht — ein Grund, warum institutionelle Investoren zunehmend Ost-Portfolios aufbauen.
Baden-Württemberg (132.8 Index, +1.1 % p.a.) und Niedersachsen (133.8 Index, +0.9 % p.a.) bilden die Schlusslichter beim Mietwachstum. Baden-Württemberg leidet unter der Transformation der Automobilindustrie, Niedersachsen unter dem Fehlen einer dominanten Großstadt wie München oder Berlin. Hannover allein reicht nicht aus, um den Flächenländer-Index zu treiben.
Der Ost-West-Unterschied bei den Mieten wird kleiner, besteht aber weiterhin. Ostdeutsche Flächenländer liegen beim Mietindex 5 bis 10 Punkte unter dem westdeutschen Durchschnitt. Gleichzeitig zeigen sie höhere Wachstumsraten. Für Investoren entsteht daraus ein interessantes Fenster: Günstige Einkaufspreise bei steigenden Mieten erzeugen überdurchschnittliche Renditen, solange die Standortwahl stimmt.
Warum steigen die Mieten?
Niedrige Bautätigkeit
Mit nur 215.920 Baugenehmigungen im Jahr 2024 liegt der Neubau weit unter dem politischen Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr. Die Fertigstellungen von 251.937 Wohnungen reichen nicht aus, um den Bedarf in wachstumsstarken Städten zu decken.
Zuwanderung & steigende Nachfrage
Deutschland verzeichnet seit 2022 eine anhaltend hohe Nettozuwanderung. Der zusätzliche Wohnraumbedarf trifft auf ein stagnierendes Angebot, besonders in den Top-7-Städten. Das erhöht den Mietdruck auf Bestandswohnungen.
Steigende Baukosten
Der Baukostenindex liegt bei 145.6 (2015 = 100) mit einer Steigerung von +1.9 % pro Jahr. Besonders die Arbeitskosten treiben mit +4.5 % die Gesamtkosten. Teure Neubauten werden über höhere Mieten refinanziert.
Regulierung bremst Angebot
Mietpreisbremse und Mietendeckel-Diskussionen reduzieren die Investitionsbereitschaft privater Vermieter. Weniger Angebot bei steigender Nachfrage führt zu weiter steigenden Angebotsmieten im Neubausegment.
Was steigende Mieten für Eigentümer bedeuten
Steigende Mieten sind nicht nur ein Thema für Mieter. Für Eigentümer von Mietimmobilien — insbesondere Mehrfamilienhäusern und Mietshäusern — verändern sie die gesamte Bewertungsgrundlage. Denn der Wert einer Renditeimmobilie wird primär über die erzielbaren Mieteinnahmen bestimmt. Steigt die Jahresnettomiete, steigt automatisch auch der Ertragswert des Objekts.
Ein Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus in Köln mit 10 Wohneinheiten und einer durchschnittlichen Kaltmiete von 15,50 €/m² generiert bei 60 m² je Einheit eine Jahreskaltmiete von rund 111.600 €. Bei einer Netto-Anfängsrendite von 3,0 % ergibt sich ein Ertragswert von über 37.000 €. Steigt die Miete um +4.0 % pro Jahr, erhöht sich der rechnerische Objektwert allein durch die Mietentwicklung — ohne jede bauliche Maßnahme.
Verkauf oder Halten? Diese Frage stellen sich viele Eigentümer angesichts steigender Mieten. Die Antwort hängt von der individuellen Situation ab. Wer ein Objekt mit niedrigen Altmieten hält und durch Mietanpassungen noch Potenzial heben kann, profitiert vom Halten. Wer dagegen vor einer größeren Sanierung steht (Heizungstausch, energetische Ertüchtigung nach GEG), sollte prüfen, ob ein Verkauf zum aktuellen Marktwert wirtschaftlich sinnvoller ist. Die Baukosten liegen mit einem Index von 145.6 (2015 = 100) auf Rekordniveau — Sanierungen werden nicht billiger.
Mietpreisbremse: Wie stark bremst sie wirklich? Die Mietpreisbremse gilt in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt und begrenzt die Miete bei Neuvermietung auf die ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %. In der Praxis zeigt sich: Die Bremse greift vor allem im Bestandssegment. Im Neubau und bei umfassend sanierten Wohnungen gilt sie nicht. Das erklärt, warum die Neubaumieten in Städten wie Berlin (18,50 €/m²) oder Hamburg (17,50 €/m²) weiter kräftig steigen — sie unterliegen der Bremse schlicht nicht.
Bestandsimmobilien im Fokus der Investoren. Der Mietdruck im Bestand macht Bestandsobjekte zunehmend attraktiv für institutionelle und private Investoren. Die Logik: Bestandsmieten liegen oft 20 bis 40 Prozent unter dem Neubauniveau. Bei Mieterwechsel kann die Miete — im Rahmen der Mietpreisbremse — angehoben werden. Dieses Delta zwischen Ist-Miete und Marktmiete ist der Hebel, den Investoren nutzen. Ein gut positioniertes Mehrfamilienhaus mit moderaten Bestandsmieten in einer wachsenden Stadt bietet aktuell eine der attraktivsten Anlageformen im deutschen Immobilienmarkt.
Die aktuellen Netto-Renditen für MFH liegen zwischen 2,8 % (München) und 5,0 % (Schauenburg/Kassel). In Kombination mit steigenden Mieten und begrenztem Neubauangebot ergibt sich eine Situation, in der Bestandseigentümer in einer starken Verhandlungsposition sind — sowohl gegenüber Mietern als auch gegenüber potenziellen Käufern.
Häufige Fragen zum Mietspiegel
Was ist ein Mietspiegel?
Ein Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten in einer Gemeinde. Er dient als Orientierung für Mieter und Vermieter bei Mietanpassungen und wird in der Regel alle zwei Jahre aktualisiert. Seit 2022 sind Städte mit über 50.000 Einwohnern zur Erstellung eines Mietspiegels verpflichtet.
Wie entwickeln sich die Mieten 2026?
Der deutschlandweite Mietindex liegt bei 136.2 (Q1 2019 = 100) mit einer jährlichen Steigerung von +1.9 %. Die Mieten steigen weiter, allerdings langsamer als im Spitzenjahr 2024. Haupttreiber sind niedrige Baugenehmigungen und anhaltende Zuwanderung.
Welche Stadt hat die höchsten Mieten?
München führt mit 24,50 €/m² Neubaumiete deutlich. Dahinter folgen Frankfurt am Main (19,00 €/m²) und Berlin (18,50 €/m²). Die günstigste Stadt im Vergleich ist Schauenburg mit 9,50 €/m².
Was bedeutet der Mietpreisindex?
Der Mietpreisindex misst die Entwicklung der Angebotsmieten relativ zum Basisjahr Q1 2019 (= 100). Ein Index von 136.2 bedeutet, dass die Mieten seit Q1 2019 um 36,2 % gestiegen sind. Die Daten basieren auf der Metaanalyse von Fahrländer Partner Raumentwicklung.
Lohnt sich Vermieten noch?
Die Netto-Mietrendite für Mehrfamilienhäuser liegt je nach Stadt zwischen 2,8 % und 5,0 %. In B- und C-Städten wie Kassel oder Schauenburg sind Renditen von über 4 % realistisch. In A-Städten wie München stehen geringere Renditen einer höheren Wertstabilität gegenüber. Entscheidend sind Lage, Zustand und Finanzierungsstruktur.
Wie hoch sind die Mieten in München?
München ist der teuerste Mietmarkt Deutschlands. Die Neubaumiete liegt bei 24,50 €/m² — rund 47 % über dem Durchschnitt der von uns beobachteten Städte (16,67 €/m²). Der Mietindex liegt bei 132.8 mit einer jährlichen Steigerung von +2.2 %. Für eine 70-m²-Wohnung im Neubau zahlen Mieter in München monatlich rund 1.715 € kalt. Im Bestand liegen die Mieten niedriger, aber Mietangebote unter 18 €/m² sind in zentralen Lagen kaum noch verfügbar.
Was ist die Mietpreisbremse?
Die Mietpreisbremse ist eine gesetzliche Regelung (§ 556d BGB), die die Miete bei Wiedervermietung in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt begrenzt. Die Miete darf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten für Neubauten (Erstbezug nach dem 1. Oktober 2014), umfassend modernisierte Wohnungen und Fälle, in denen der Vormieter bereits eine höhere Miete gezahlt hat. Die Mietpreisbremse wurde 2015 eingeführt und zuletzt bis 2029 verlängert. Welche Gebiete als „angespannt“ gelten, legen die Bundesländer per Verordnung fest. In der Praxis betrifft das nahezu alle Top-7-Städte sowie viele Universitätsstädte.
Wie berechne ich die ortsübliche Vergleichsmiete?
Die ortsübliche Vergleichsmiete ergibt sich aus dem qualifizierten Mietspiegel der jeweiligen Gemeinde. Entscheidend sind: Baujahr, Wohnungsgröße, Ausstattung, Lage und energetischer Zustand. Der Mietspiegel bildet einen Rahmen (von/bis), innerhalb dessen die konkrete Vergleichsmiete liegt. Städte mit über 50.000 Einwohnern sind seit der Mietspiegelreform 2022 verpflichtet, einen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen. Ist kein Mietspiegel verfügbar, kann die Vergleichsmiete über drei vergleichbare Wohnungen oder ein Sachverständigengutachten ermittelt werden. Der hier dargestellte Mietindex basiert auf Angebotsmieten und liegt in der Regel über der ortsüblichen Vergleichsmiete, da Neuverträge aktuelle Marktpreise abbilden.
Steigen die Mieten 2026 weiter?
Ja, die Daten deuten klar auf weiter steigende Mieten hin. Der bundesweite Mietindex liegt bei 136.2 mit +1.9 % p.a. Wachstum. Die strukturellen Treiber bleiben intakt: Baugenehmigungen liegen mit 215.920 Einheiten (2024) weit unter dem Bedarf. Die Baukosten steigen mit +1.9 % pro Jahr weiter. Und die Zuwanderung hält den Nachfragedruck aufrecht. Allerdings verlangsamt sich das Tempo gegenüber 2024, als einige Städte Steigerungen von über 6 % verzeichneten. Für 2026 erwarten Marktbeobachter bundesweit Steigerungen zwischen 1,5 und 3,5 % — regional stark unterschiedlich. Berlin und Köln dürften überdurchschnittlich wachsen, Stuttgart und Niedersachsen eher unterdurchschnittlich.
Was bedeuten steigende Mieten für Immobilienbesitzer?
Steigende Mieten erhöhen direkt den Ertragswert einer Immobilie. Bei ertragsbasierten Bewertungsverfahren (Ertragswertverfahren nach ImmoWertV) führt jede Mieterhöhung zu einem höheren Objektwert. Für Eigentümer, die verkaufen möchten, ist das positiv: Sie erzielen höhere Preise. Für Eigentümer, die halten, steigt die laufende Rendite. Die Netto-Renditen für MFH liegen aktuell zwischen 2,8 % und 5,0 %. Gleichzeitig sollten Eigentümer die regulatorischen Risiken im Blick behalten: Verschärfungen der Mietpreisbremse oder neue Kappungsgrenzen können die Ertragsseite bremsen. Wer eine Mietimmobilie besitzt und über einen Verkauf nachdenkt, sollte die aktuelle Marktlage als günstiges Zeitfenster betrachten — die Nachfrage nach Renditeobjekten ist hoch und das Angebot begrenzt.
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Weiterführende Seiten
Quelle: Fahrländer Partner Raumentwicklung, Metaanalyse Immobilien März 2026 | Stand: Q4 2025