Rechner
Renditerechner: Mietrendite Ihrer Kapitalanlage berechnen
Berechnen Sie die Brutto- und Netto-Mietrendite Ihrer Immobilie und vergleichen Sie das Ergebnis mit den aktuellen Renditen der Top-7 Städte Deutschlands.
Alle Vergleichsdaten basieren auf Q4 2025. Die berechneten Renditen dienen als Orientierung und ersetzen keine individuelle Investmentberatung.
Ihre Daten eingeben
Parameter
Ihre Mietrendite
Brutto-Mietrendite
4,08 %
Netto-Mietrendite
3,70 %
Kaufpreisfaktor
24,5
Jahresmieten
Jahresmiete
10.200 €
Miete pro m²
11,33 €
Die Rendite entspricht dem typischen Niveau deutscher Großstädte. Wertsteigerungspotenzial und Lage sollten zusätzlich geprüft werden.
Rendite vs. Hypothekenzins
Ihre Netto-Rendite
3,70 %
Hypothekenzins (5-10 J.)
3,58 %
Positiver Leverage-Effekt: Die Rendite liegt 0,12 Prozentpunkte über dem Finanzierungszins.
Netto-Mietrendite im Städtevergleich
Durchschnittliche Netto-Renditen für Mehrfamilienhäuser in den Top-7 Städten (Q4 2025). Ihre berechnete Rendite ist hervorgehoben.
| Stadt | Netto-Rendite (MFH) | Vergleich |
|---|---|---|
| Ihr Ergebnis | 3,70 % | — |
| Stuttgart | 3,10 % | +0,60 % |
| Köln | 3,00 % | +0,70 % |
| Düsseldorf | 3,00 % | +0,70 % |
| Frankfurt am Main | 2,95 % | +0,75 % |
| Berlin | 2,90 % | +0,80 % |
| Hamburg | 2,90 % | +0,80 % |
| München | 2,75 % | +0,95 % |
Ratgeber: Mietrendite verstehen
Die Mietrendite ist die zentrale Kennzahl für jeden Immobilieninvestor. Sie gibt an, wie viel Prozent des eingesetzten Kapitals jährlich durch Mieteinnahmen zurückfließen. Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, muss diese Zahl sauber berechnen, bevor eine Kaufentscheidung fällt. Der häufigste Fehler: Anleger verwechseln Brutto- und Netto-Mietrendite oder rechnen sich die Zahlen mit unrealistischen Annahmen schön.
Brutto-Mietrendite: Der erste Anhaltspunkt
Die Brutto-Mietrendite berechnet sich simpel: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis, multipliziert mit 100. Bei einer Wohnung für 250.000 Euro und 850 Euro Monatsmiete ergibt das eine Jahreskaltmiete von 10.200 Euro und eine Brutto-Rendite von 4,08 %. Diesen Wert finden Sie in jedem Immobilieninserat. Er taugt als Schnellfilter, um offensichtlich überteuerte Objekte auszusortieren, mehr nicht. Die Brutto-Rendite berücksichtigt weder Kaufnebenkosten noch laufende Bewirtschaftungskosten. Sie ist vergleichbar mit dem Bruttolohn: eine theoretische Größe, die nie auf Ihrem Konto ankommt.
Netto-Mietrendite: Die entscheidende Kennzahl
Die Netto-Mietrendite zieht alle nicht umlagefähigen Kosten von der Jahreskaltmiete ab. Dazu gehören Instandhaltungsrücklagen (üblicherweise 1 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat), Verwaltungskosten (250 bis 400 Euro pro Einheit und Jahr), Mietausfallrisiko (kalkulatorisch 2 bis 4 % der Jahresmiete) und nicht umlagefähige Betriebskosten wie Grundsteuer-Nachzahlungen oder Leerstandskosten. Erst wenn all diese Positionen abgezogen sind, sehen Sie, was tatsächlich übrig bleibt.
Die Differenz zwischen Brutto und Netto ist erheblich. Als Faustregel gilt: Die Netto-Mietrendite liegt bei 60 bis 70 Prozent der Brutto-Rendite. Aus 5 % brutto werden im Regelfall 3 bis 3,5 % netto. Wer diese Differenz nicht einkalkuliert, wird von der Realität eingeholt. Jede seriöse Investmentanalyse arbeitet ausschließlich mit Netto-Werten. Unser Rechner oben berücksichtigt die nicht umlagefähigen Nebenkosten bereits in der Netto-Berechnung. Tragen Sie dort realistische Werte ein, nicht die Minimalschätzung.
Warum die Netto-Rendite für Ihre Kaufentscheidung zählt
Die Netto-Mietrendite ist die einzige Kennzahl, die sich direkt mit Ihrem Finanzierungszins vergleichen lässt. Liegt Ihre Netto-Rendite über dem Hypothekenzins, verdienen Sie mit dem Fremdkapitaleinsatz Geld. Liegt sie darunter, zahlen Sie effektiv drauf. Diese Gegenüberstellung entscheidet darüber, ob eine kreditfinanzierte Immobilie wirtschaftlich tragfähig ist oder ob Sie auf Wertsteigerung spekulieren müssen, um die Rechnung aufgehen zu lassen. Spekulation ist kein Investmentplan.
Der Kaufpreisfaktor: Was sagt er aus?
Der Kaufpreisfaktor, auch Vervielfältiger genannt, ist das mathematische Gegenstück zur Brutto-Mietrendite. Er berechnet sich als Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete und gibt an, wie viele Jahre es dauern würde, bis die Mieteinnahmen den Kaufpreis vollständig refinanziert haben. Ein Kaufpreisfaktor von 25 bedeutet: 25 Jahre Vollamortisation bei gleichbleibender Miete. Je niedriger der Faktor, desto günstiger kaufen Sie gemessen an den Mieteinnahmen.
Bewertungsskala für den Kaufpreisfaktor
Unter 20: Günstiger Einkauf. Die Immobilie amortisiert sich in weniger als 20 Jahren. Solche Faktoren finden Sie in Mittelstädten, ländlichen Regionen und bei Objekten mit Sanierungsbedarf. Hier lohnt sich eine genauere Prüfung, denn ein niedriger Faktor kann Substanzprobleme oder ein schwaches Mieterumfeld signalisieren. Trotzdem: Wer solide Substanz zu diesem Faktor findet, macht in der Regel ein gutes Geschäft.
20 bis 25: Marktüblich. In den meisten deutschen Großstädten und wirtschaftsstarken Regionen zahlen Sie aktuell Faktoren in diesem Bereich. Die Rendite ist moderat, aber die Standortqualität bietet Sicherheit. Für konservative Anleger, die auf langfristige Wertstabilität setzen, ist dieser Korridor akzeptabel.
25 bis 30: Teuer. Die Mietrendite ist gering, die Investition rechnet sich nur bei überdurchschnittlicher Mietsteigerung oder starker Wertsteigerung. Typisch für beliebte Innenstadtlagen in Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf. Hier kaufen Sie vor allem Lagequalität, nicht Cashflow.
Über 30: Überhitzt. In München werden Kaufpreisfaktoren von 35 und mehr aufgerufen, in einzelnen Lagen auch über 40. Aus reiner Rendite-Perspektive ist das nicht wirtschaftlich. Wer hier kauft, spekuliert auf weitere Preissteigerungen oder hat andere Motive als Cashflow. In Kassel, Chemnitz oder Magdeburg liegen die Faktoren dagegen oft bei 15 bis 18. Das zeigt: Der Kaufpreisfaktor ist immer regional zu bewerten. Ein Faktor von 22 in Leipzig ist etwas völlig anderes als ein Faktor von 22 in München.
Rendite vs. Zinsen: Der Leverage-Effekt erklärt
Der Leverage-Effekt (Hebelwirkung) ist der eigentliche Grund, warum Immobilieninvestments so attraktiv sind. Das Prinzip: Sie finanzieren einen großen Teil des Kaufpreises mit Fremdkapital und erzielen die Mietrendite auf den gesamten Objektwert, zahlen aber nur Zinsen auf das geliehene Kapital. Wenn die Netto-Mietrendite über dem Finanzierungszins liegt, entsteht ein positiver Spread. Dieser Spread wirkt sich auf Ihr eingesetztes Eigenkapital überproportional positiv aus.
Rechenbeispiel mit konkreten Zahlen
Angenommen, Sie kaufen eine Wohnung für 250.000 Euro mit 20 % Eigenkapital (50.000 Euro) und finanzieren 200.000 Euro zu 3,58 % Zinsen. Die Wohnung erzielt eine Netto-Mietrendite von 4,0 %, das entspricht 10.000 Euro Netto-Jahresertrag. Ihre Zinskosten betragen 7.160 Euro im Jahr. Verbleiben 2.840 Euro Überschuss. Bezogen auf Ihr Eigenkapital von 50.000 Euro ergibt das eine Eigenkapitalrendite von 5,68 %. Die 4 % Objektrendite werden durch den Hebel auf fast 5,7 % Eigenkapitalrendite hochskaliert. Hinzu kommt die Tilgung, die monatlich Ihr Vermögen aufbaut.
Die goldenen Jahre 2015 bis 2021
Zwischen 2015 und 2021 lagen die Finanzierungszinsen zwischen 0,7 % und 1,5 %. Bei einer Netto-Rendite von 3,5 % ergab sich ein Spread von 2 bis 2,8 Prozentpunkten. Die Eigenkapitalrenditen lagen routinemäßig bei 10 % und mehr. Zusätzlich stiegen die Immobilienpreise in vielen Märkten um 5 bis 10 % jährlich. Dieses Umfeld war historisch außergewöhnlich und wird sich in dieser Form nicht wiederholen. Wer in dieser Phase gekauft hat, profitiert von extrem günstigen Bestandszinsen.
Aktuelle Situation: Enger Spread erfordert präzise Kalkulation
Mit Hypothekenzinsen um 3,5 bis 4,0 % und Netto-Renditen von 3,0 bis 4,5 % in den meisten Märkten ist der Spread deutlich geschrumpft. Das bedeutet nicht, dass Immobilieninvestments unattraktiv geworden sind. Es bedeutet, dass die Kalkulation stimmen muss. Spielräume für Fehler sind kleiner geworden. Wer heute kauft, sollte auf drei Dinge achten: realistische Mietansätze (keine Wunschmieten), konservative Kostenplanung und echtes Wertsteigerungspotenzial durch Lage oder Substanzverbesserung. Objekte mit Value-Add-Potenzial, etwa durch Modernisierung, Dachgeschossausbau oder Mietoptimierung, sind in der aktuellen Zinslandschaft wertvoller denn je.
Welche Rendite ist realistisch?
Die erzielbare Mietrendite hängt vor allem vom Standort ab. Deutschland lässt sich grob in vier Kategorien einteilen, die jeweils ein charakteristisches Rendite-Risiko-Profil aufweisen. Die folgenden Werte beziehen sich auf Netto-Mietrenditen für Bestandswohnungen in durchschnittlichem Zustand.
Top-7-Städte: 2,5 bis 3,5 % netto
Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart bilden die erste Liga des deutschen Immobilienmarkts. Die Kaufpreise sind hoch, die Renditen entsprechend niedrig. München liegt mit Netto-Renditen um 2,5 bis 2,8 % am unteren Ende. Berlin bietet nach der Preiskorrektur 2022/2023 wieder etwas bessere Einstiegsrenditen um 3,0 bis 3,3 %. Investoren in diesen Städten setzen primär auf Wertsteigerung und Inflationsschutz, weniger auf laufenden Cashflow. Die Mietnachfrage ist stabil bis steigend, Leerstandsrisiko minimal.
B-Städte: 3,5 bis 5,0 % netto
Leipzig, Dresden, Hannover, Nürnberg, Bremen, Karlsruhe oder Augsburg bieten das ausgewogenste Verhältnis aus Rendite und Sicherheit. Die Kaufpreise liegen deutlich unter Top-7-Niveau, die Mietmärkte sind stabil, die Bevölkerungsentwicklung in den meisten Fällen positiv. Hier finden sich regelmäßig Objekte mit 4 bis 5 % Netto-Rendite bei gleichzeitig solider Vermietbarkeit. Für Anleger, die sowohl Cashflow als auch moderate Wertsteigerung suchen, ist dieses Segment der Sweet Spot.
C- und D-Standorte: 5 bis 8 % netto
Kleinere Städte und ländliche Regionen bieten nominell die höchsten Renditen. Faktoren unter 15 sind keine Seltenheit. Der Haken: Das Leerstandsrisiko steigt, die Mieterqualität kann schwanken, und Verkäufe gestalten sich schwieriger. Wer hier investiert, braucht lokale Marktkenntnis, eine konservative Kalkulation und sollte einen Mietausfall-Puffer von mindestens 5 % einplanen. Die hohe laufende Rendite kompensiert das höhere Einzelrisiko, aber nur bei sorgfältiger Objektauswahl.
Vergleich mit alternativen Anlagen
Um die Mietrendite einzuordnen, hilft der Vergleich mit anderen Anlageklassen. Tagesgeld bringt aktuell rund 2,5 % bei voller Liquidität und null Risiko. Bundesanleihen (10 Jahre) rentieren bei etwa 2,8 %. Der MSCI World hat über die letzten 30 Jahre durchschnittlich rund 7 % jährlich erzielt, bei deutlich höherer Volatilität. Eine Immobilie mit 4 % Netto-Mietrendite liegt isoliert betrachtet unter dem Aktienmarkt. Berücksichtigt man jedoch den Leverage-Effekt, die Steuervorteile (AfA, Werbungskosten) und den Inflationsschutz, kann die risikoadjustierte Rendite einer kreditfinanzierten Immobilie durchaus mit einem Aktienportfolio mithalten. Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung, nicht der isolierte Renditevergleich.
Kapitalanlage Immobilie: Steuerliche Aspekte
Die steuerliche Behandlung ist einer der größten Vorteile der Immobilie gegenüber anderen Anlageformen. Während Dividenden und Zinserträge sofort mit 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli belastet werden, bietet die vermietete Immobilie zahlreiche Möglichkeiten, die Steuerlast legal zu senken. Die Nachsteuer-Rendite einer Immobilie kann deshalb deutlich höher ausfallen als die Vorsteuer-Rendite vermuten lässt.
Abschreibung für Abnutzung (AfA)
Das Herzstück der Immobilien-Steueroptimierung ist die AfA. Für Gebäude, die vor 2023 errichtet wurden, beträgt die lineare Abschreibung 2 % pro Jahr über 50 Jahre. Für Neubauten mit Bauantrag ab dem 1. Januar 2023 hat der Gesetzgeber die AfA auf 3 % erhöht (Nutzungsdauer 33 Jahre). Abgeschrieben wird nur der Gebäudeanteil, nicht der Grundstücksanteil. Bei einem Kaufpreis von 250.000 Euro und einem Gebäudeanteil von 80 % (200.000 Euro) ergibt sich eine jährliche Abschreibung von 4.000 Euro (bei 2 % AfA) bzw. 6.000 Euro (bei 3 % AfA). Dieser Betrag mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen, ohne dass ein tatsächlicher Geldabfluss stattfindet. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % spart die AfA jährlich 1.680 bis 2.520 Euro Steuern.
Werbungskosten: Was Sie absetzen können
Neben der AfA können Sie sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Vermietung stehen, als Werbungskosten absetzen. Dazu gehören Darlehenszinsen (der größte Posten in den ersten Jahren), Verwaltungskosten, Reparaturen und Instandhaltung, Fahrtkosten zum Objekt, Grundsteuer, Rechtsberatung, Versicherungen und sogar Kosten für die Mietersuche. In den ersten Jahren nach dem Kauf übersteigen die abzugsfähigen Kosten (Zinsen + AfA + Verwaltung) häufig die Mieteinnahmen. Es entsteht ein steuerlicher Verlust, der mit anderen Einkünften verrechnet wird. Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz profitieren davon überproportional.
Spekulationsfrist und gewerblicher Grundstückshandel
Gewinne aus dem Verkauf einer vermieteten Immobilie sind nach Ablauf der 10-jährigen Spekulationsfrist komplett steuerfrei. Das gilt unabhängig von der Höhe des Gewinns. Ein Objekt, das 2016 für 200.000 Euro gekauft wurde und 2027 für 350.000 Euro verkauft wird, generiert 150.000 Euro steuerfreien Gewinn. Kein anderes Anlageprodukt bietet diese Möglichkeit in vergleichbarem Umfang. Vorsicht ist geboten bei häufigen Transaktionen: Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte verkauft, riskiert die Einstufung als gewerblicher Grundstückshandler. In dem Fall werden sämtliche Veräußerungsgewinne gewerbesteuerpflichtig, und die Steuervorteile der privaten Vermögensverwaltung gehen verloren. Planen Sie Ihren Bestand strategisch und vermeiden Sie hektische Umschichtungen.
Immobilie als Kapitalanlage: Chancen und Risiken
Jedes Investment hat zwei Seiten. Wer Immobilien als Kapitalanlage nutzt, sollte beides klar benennen können. Nur wer die Risiken kennt, kann sie managen. Und nur wer die Chancen versteht, kann sie gezielt nutzen.
Chancen
Inflationsschutz: Immobilien sind Sachwerte. In Phasen steigender Inflation gewinnen sie typischerweise an Wert, während Geldvermögen real entwertet wird. Zusätzlich können Mietverträge an den Verbraucherpreisindex gekoppelt werden (Indexmiete), sodass die Einnahmen mit der Inflation mitwachsen. Dieser doppelte Schutz macht Immobilien zu einem der wirksamsten Instrumente gegen Kaufkraftverlust.
Leverage-Vorteil: Keine andere Anlageklasse lässt sich so günstig und umfangreich fremdfinanzieren. Banken akzeptieren die Immobilie selbst als Sicherheit und vergeben Kredite zu 80 bis 90 % des Kaufpreises. Beim Aktienkauf ist eine vergleichbare Fremdfinanzierung undenkbar. Dieser strukturelle Vorteil multipliziert die Eigenkapitalrendite und ermöglicht den Vermögensaufbau auch mit begrenztem Startkapital.
Risiken
Leerstand: Jeder Monat ohne Mieter kostet doppelt, weil Einnahmen fehlen und Kosten weiterlaufen. In schwachen Märkten kann ein Leerstand von sechs Monaten die Jahresrendite komplett auffressen. Die beste Absicherung ist eine gute Lage mit diversifizierter Mietnachfrage.
Instandhaltungskosten: Dach, Heizung, Leitungen, Fassade: Gebäude altern, und Sanierungen kosten fünfstellige bis sechsstellige Beträge. Wer keine Rücklagen bildet, wird von Sonderumlagen überrascht. Kalkulieren Sie mindestens 1 Euro pro Quadratmeter und Monat als Instandhaltungsrücklage, bei Altbauten eher 1,50 Euro.
Zinsänderungsrisiko: Wer heute zu 3,5 % finanziert und in zehn Jahren zu 6 % prolongieren muss, kann in eine Schieflage geraten. Lange Zinsbindungen und ausreichend Tilgung sind die beste Absicherung. Mindestens 2 % Anfangstilgung sollte eingeplant werden.
Regulierungsrisiko: Mietpreisbremse, Mietendeckel, verschärfte Energieauflagen: Der Gesetzgeber greift zunehmend in den Immobilienmarkt ein. Diese Eingriffe sind kaum prognostizierbar und können die Rentabilität erheblich beeinflussen. Diversifizierung über mehrere Standorte und Objekttypen reduziert dieses Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Brutto-Mietrendite?
Die Brutto-Mietrendite setzt die jährliche Kaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis der Immobilie. Die Formel lautet: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis, multipliziert mit 100. Sie ist ein erster Anhaltspunkt für die Ertragskraft eines Objekts, berücksichtigt aber keine laufenden Kosten wie Instandhaltung, Verwaltung, Mietausfallrisiko oder nicht umlagefähige Nebenkosten. Für eine fundierte Investmententscheidung reicht die Brutto-Rendite allein nicht aus.
Was ist die Netto-Mietrendite?
Die Netto-Mietrendite zieht von der Jahreskaltmiete alle nicht umlagefähigen Kosten ab, bevor sie durch den Kaufpreis geteilt wird. Dazu zählen Instandhaltungsrücklagen, Verwaltungskosten, kalkulatorischer Leerstand und nicht umlagefähige Betriebskosten. Die Formel: (Jahreskaltmiete minus nicht umlagefähige Kosten) geteilt durch Kaufpreis, mal 100. Die Netto-Rendite gibt ein realistisches Bild der tatsächlichen Ertragskraft und ist die einzige Kennzahl, die sich sinnvoll mit dem Finanzierungszins vergleichen lässt.
Ab welcher Rendite lohnt sich eine Kapitalanlage?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil die Rendite immer im Verhältnis zum Risiko, zum Finanzierungszins und zum Wertsteigerungspotenzial steht. Als Orientierung: Eine Netto-Mietrendite ab 4 % gilt als gut, ab 5 % als sehr gut. In den Top-7-Städten liegen die Durchschnittswerte aktuell bei 2,5 bis 3,3 %. Wer dort kauft, setzt primär auf Wertsteigerung. In B-Städten sind 3,5 bis 5 % realistisch, bei guter Balance aus Cashflow und Sicherheit. Entscheidend ist: Die Netto-Rendite muss über dem Finanzierungszins liegen, sonst zahlen Sie aus eigener Tasche drauf.
Was ist der Kaufpreisfaktor?
Der Kaufpreisfaktor (auch Vervielfältiger) gibt an, wie viele Jahreskaltmieten nötig wären, um den Kaufpreis vollständig zu refinanzieren. Berechnung: Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete. Ein Faktor von 25 bedeutet, dass 25 Jahresmieten den Kaufpreis decken. Je niedriger der Faktor, desto höher die Rendite. Unter 20 gilt als günstig, 20 bis 25 als marktüblich, 25 bis 30 als teuer, über 30 als überhitzt. Der Faktor ist das Spiegelbild der Brutto-Rendite: Faktor 25 entspricht 4 % brutto, Faktor 20 entspricht 5 % brutto.
Wie berechne ich die Rendite einer vermieteten Wohnung?
Schritt 1: Ermitteln Sie die Jahreskaltmiete (Monatsmiete mal 12). Schritt 2: Ziehen Sie alle nicht umlagefähigen Kosten ab (Instandhaltung, Verwaltung, Leerstandsrisiko). Schritt 3: Teilen Sie das Ergebnis durch den Kaufpreis (inklusive Kaufnebenkosten für eine vollständige Berechnung). Schritt 4: Multiplizieren Sie mit 100. Das Ergebnis ist Ihre Netto-Mietrendite. Nutzen Sie unseren Rechner oben, um die Berechnung schnell und fehlerfrei durchzuführen. Achten Sie darauf, bei den nicht umlagefähigen Kosten realistische Werte einzusetzen, nicht die optimistischste Annahme.
Was ist besser: Rendite oder Wertsteigerung?
Das hängt von Ihrer Strategie ab. Cashflow-orientierte Investoren bevorzugen hohe laufende Renditen, wie sie in B- und C-Städten erzielbar sind. Wertsteigerungsorientierte Investoren akzeptieren niedrigere Renditen in Top-Lagen, weil sie auf Preissteigerungen setzen. Die klügste Strategie kombiniert beides: Eine solide laufende Rendite, die den Kapitaldienst deckt, plus Standortqualität, die langfristige Wertsteigerung ermöglicht. Reine Cashflow-Strategien ohne Wertsteigerung funktionieren, aber der Vermögensaufbau ist langsamer. Reine Wertsteigerungsstrategien mit negativem Cashflow sind riskant, weil Sie jeden Monat Geld zuschießen müssen.
Welche Nebenkosten reduzieren die Rendite?
Nicht umlagefähige Kosten, die Ihre Netto-Rendite mindern, sind: Instandhaltungsrücklagen (1 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat), Hausverwaltung (250 bis 400 Euro pro Jahr und Einheit), kalkulatorischer Leerstand (2 bis 4 % der Jahresmiete), Reparaturen am Sondereigentum, Mietausfall durch säumige Zahler und anteilige Grundsteuer, sofern nicht umlagefähig. In Summe belaufen sich diese Kosten auf 30 bis 40 % der Brutto-Mieteinnahmen. Wer diese Positionen unterschätzt, rechnet sich die Rendite schön und erlebt bei der ersten größeren Reparatur ein böses Erwachen.
Lohnt sich Immobilien-Investment noch bei aktuellen Zinsen?
Ja, aber die Rahmenbedingungen haben sich verändert. In der Niedrigzinsphase (2015 bis 2021) war fast jede Immobilie mit Fremdkapital rentabel. Heute müssen Rendite und Finanzierungszins in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Der Spread zwischen Netto-Rendite und Hypothekenzins ist der entscheidende Faktor. Bei einem Zins von 3,5 bis 4,0 % brauchen Sie mindestens 4 % Netto-Rendite, um positiven Cashflow zu erzielen. Das ist in B-Städten und bei Objekten mit Optimierungspotenzial weiterhin möglich. Zusätzlich profitieren Immobilienkäufer von Steuervorteilen (AfA, Werbungskosten), die bei keiner anderen Anlageklasse in diesem Umfang existieren.
Was ist ein guter Kaufpreisfaktor?
Ein guter Kaufpreisfaktor hängt vom Standort und Ihrer Strategie ab. In den Top-7-Städten sind Faktoren unter 25 bereits als günstig einzustufen. In B-Städten sollten Sie einen Faktor unter 22 anstreben, in C-Standorten unter 18. Generell gilt: Je niedriger der Faktor, desto schneller amortisiert sich Ihre Investition. Ein Faktor unter 20 entspricht einer Brutto-Rendite von über 5 %, was in den meisten Marktlagen als attraktiv gilt. Vergleichen Sie den Faktor immer mit dem lokalen Durchschnitt, nicht mit einem deutschlandweiten Mittelwert.
Wie wirkt sich die Steuer auf die Rendite aus?
In der Regel positiv. Durch die Abschreibung (AfA von 2 bis 3 % auf den Gebäudeanteil) und die Absetzbarkeit von Zinsen, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten entsteht häufig ein steuerlicher Verlust, der mit anderen Einkünften verrechnet wird. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % kann die Nachsteuer-Rendite 0,5 bis 1,5 Prozentpunkte über der Vorsteuer-Rendite liegen. Dieser Effekt ist in den ersten Jahren am stärksten, wenn der Zinsanteil der Kreditrate noch hoch ist. Nach 10 Jahren Haltedauer sind Veräußerungsgewinne zudem komplett steuerfrei. Ein Steuerberater mit Immobilien-Expertise sollte vor dem Kauf eine individuelle Steuerprojektion erstellen.
Renditestarke Immobilie gesucht?
Wir vermitteln ausgewählte Kapitalanlagen mit überdurchschnittlicher Rendite. Oder berechnen Sie die Kaufnebenkosten für Ihr Wunschobjekt.